Gespielte Stücke der Worschdezibbel
1986 - Die Verflixte Sonnwendnacht
Von: Emil Stürmer

Schon die liebenswert verwickelte Handlung sprach für sich. Die reiche „Gockelwirtkatsche“, resolute, gutherzig, gescheit (Lissi Pfaff) und der arme Schustersepp, ein bescheidener, heiterer und manchmal zum spötteln neigender Charakter (Wolfgang Bauer) leben als Nachbarn seit Jahren in grimmiger Freundschaft. Die „Gockelskatsche“ kann es bis heute nicht verschmerzen, das der Sepp ihre tiefe Zuneigung und Jugendliebe schmählich missachtet und eine andere geheiratet hat.
Christoph, ein ruhiger, besinnlicher und rechtschaffender Mann (Werner Sebastian), der Sohn des armen Schustersepp und Hanni, ein liebes und hübsches junges Mädchen (Waltraud Bischoff), die Nichte und Alleinerbin der „Gockelwirtin“, können sich deshalb als Verliebte nur heimlich treffen.
Christoph hat mit Marianne, ein zwiespältiges Geschöpf ohne Hemmungen (Mechthild Weber) der Bedienung aus der Gockelwirtschaft eine heimliche Verehrerin, die wiederum von Bertl einem lieben jungen Kerl mit lachenden Augen und lebhaften Temperament (Roland Kuhn), dem Sohn des reichen Rieslingbauers (Norbert Hund), mit seiner Liebe verfolgt wird.
In diesem Verwirrspiel aus verschmähter Liebe und Eifersucht versucht der Schustersepp, inzwischen Witwer, mit einer List Ordnung zu bringen. Um an Geld zu kommen, lockt er mit einer Zeitungsannonce zwei reiche Heiratskandidatinnen (Magarethe Thomas, Jutta Lutz) in seine arme Hütte.
Wie der neugierige immer durstige und hungrige Kräutermichel (Armin Hühnerfauth) in der verflixten Sonnwendnacht die Geisterbeschwörung erledigt amüsierte die Zuschauer. Nicht minder interessant war der Kampf der Heiratskandidatinnen um die Gunst des Schustersepp. Hier standen sich auf der einen Seite ein überaus robustes, männerähnliches Wesen mit derben Bewegungen und rauer Sprache und auf der anderen Seite ein jungfräuliches Frauenzimmer, verschlagen mit säuselnder Stimme gegenüber. Beide Rivalinnen führten den Kampf bis aufs Messers Schneide und mit harter Bandage.
Regie führte wieder einmal Roland Kuhn. Als Souffleuse fungierte Annemarie Ullrich.